Antwort vom 29. Januar 2024
Viertes und letztes Schreiben an das Statistische Bundesamt
Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Statistischen Bundesamtes,
herzlichen Dank für Ihre ausführliche Rückmeldung – ich erkenne an, dass Sie auf meine Fragen überwiegend eingegangen sind.
Allerdings beantworten sie diese überwiegend ausweichend. Mich erinnert das ein wenig an die Dialoge zwischen den wenigen kritischen Journalisten und dem Regierungssprecher in der Bundespressekonferenz.
Teil 1: Meine Frage nach den altersspezifischen Sterberaten bezog sich auf die Jahre 2021 und 2022. Diese Daten sind mehrere Jahre alt. Ihre Antwort hat hier also keinen Bezug zu meiner Frage. Ich wollte von Ihnen wissen, ob Sie die altersspezifischen wöchentliche Sterberaten für die Jahre 2020 bis 2022 erhoben haben oder nicht? Ich wollte darüber hinaus von Ihnen wissen, ob Sie die mutmaßlichen Auffälligkeiten in den Sterberaten der Jahre 2021 und 2022, die u. a. Herr Barz berechnet hat, bestätigen oder widerlegen können?
Die Einführung der Mittelwert- und Medianvergleiche kann ich trotz Ihrer Begründung nicht
nachvollziehen. Hier nochmals eine Erklärung zu meiner Irritation: Die Beurteilung des
Sterbegeschehens in Deutschland erfolgt seit Jahrzehnten mithilfe der Methode der Sterbetafeln
(Methode 1). Im April 2020 führte das Statistische Bundesamt eine neue Methode ein, die von da an mithilfe von Mittelwert- und Medianvergleichen das Sterbegeschehen beurteilt (Methode 2). Die Ergebnisse beider Methoden weichen erheblich voneinander ab. Während Methode 1 für die Jahre 2019 und 2020 ein deutliches Minimum im Sterbegeschehen ermittelte, ermittelte Methode 2 für den
selben Zeitraum auffällige Übersterblichkeit mit Zehntausenden Toten mehr als statistisch erwartet
(https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/05/PD20_162_12621.html). Die Berichterstattung des Statistischen Bundesamtes ab 2020 bezog sich ausschließlich auf die Ergebnisse der Methode 2, nicht aber auf die Ergebnisse der Methode 1.
Wie erklärten Sie die Abweichung der Ergebnisse beider Methoden im Jahr 2020 und den sich daraus ergebenden Widerspruch? Welche der beiden Methoden bzw. welche der beiden Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes sind denn zutreffend?
Teil 2: Die Ergebnisse der Barmer-Studie überzeugen mich überhaupt nicht:
• Zunächst wurden ca. 10 Millionen Versicherte der Barmer untersucht. Bei einer Hochrechnung für die 3 Jahre 2020-23 kommen sie dabei jeweils auf ähnliche Zahlen wie die von Kuhbandner und Reitzner.
• Dann wurden die 10 Millionen Versicherten in 100.000 Untergruppen unterteilt. Für die Untergruppen wurden Berechnung angestellt, die nicht transparent gemacht wurden. Die nicht nachvollziehbaren Berechnungen aus den nicht transparenten Daten führten dann zu dem Ergebnis, dass die
Übersterblichkeit plötzlich doch größer sein soll als es vorher die eigene Hochrechnung ergeben hatte.
• Es gibt dann auch keine Jahreswerte mehr, sondern nur noch einen Gesamtwert für die 3 Jahre von 2020-2023. Dieser Gesamtwert wurde dann verglichen mit der Anzahl der gemeldeten COVID-Toten – und aus der Übereinstimmung wurde dann geschlussfolgert, dass die Übersterblichkeit Corona-bedingt sein muss …
Ich vertraue hier dem Motto: „Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“ Denn was soll ich denken von einer Studie:
• bei der Daten und Rechnungswege teilweise nicht transparent gemacht werden und
• die sich quasi selbst widerspricht, indem sie ihre eigene erste Hochrechnung (die transparent war) im zweiten Schritt selbst widerlegt.
Außerdem ist die Zahl der sogenannten COVID-Toten ja auch nur eine geschätzte Zahl! Wir alle wissen, dass jemand, der nach einem Unfall oder an einem Herzinfarkt oder an Krebs verstorben ist, als COVID-Toter zählt(e), wenn er einen positiven Test hatte (zum Todeszeitpunkt oder auch innerhalb der letzten 28 Tage davor). Hier hätte es allein schon einen Aufschrei geben müssen. Stellen Sie sich
vor, jeder, der innerhalb eines Monates nach der Corona-Impfung verstorben wäre, wäre statistisch gesehen ein Impftoter!
Es ist von Beginn der Corona-Zeit an so unglaublich und auch für den mathematisch-statistischen Laien offensichtlich manipulativ mit Zahlen umgegangen worden, dass es jedem hätte auffallen
müssen, der nicht in irrationale Angst verfallen ist (was die meisten waren). Hier nur 2 Beispiele:
• Natürlich stiegen die „Infektionszahlen“, wenn man die Menge der Tests erhöhte.
• Natürlich hatte man eine „Pandemie der Ungeimpften“, wenn man nur 1 x Geimpfte und bis vor 2 Wochen erst Geimpfte sowie auch alle Corona-Patienten mit unklarem Impfstatus den Ungeimpften zurechnete.
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Menschen, die beruflich mit Mathematik und Statistik zu tun haben, konnten bei dieser hochgradig manipulativen Vorgehensweise eigentlich gar nicht wegsehen.
Auch konnte man nicht übersehen, wie mit renommierten Kritikern der Corona-Maßnahmen umgegangen wurde – Diskurs unerwünscht, stattdessen Diffamierung, Einschüchterungen, berufliche
und soziale „Vernichtung“. Wer sicher argumentieren kann, scheut einen direkten Diskurs nicht!
Ich möchte hier nur das Beispiel von Andreas Schöfbeck als ehemaligen Vorstand der BKK Provita nennen, der in 2022 nach jahrelanger erfolgreicher Tätigkeit plötzlich entlassen wurde. Die von Herrn Schöfbeck veröffentlichten Zahlen erlaubten damals eine Hochrechnung auf die Gesamtzahl der schweren Impfnebenwirkungen in Bezug auf alle gesetzlich Versicherten, die geimpft wurden. Diese Hochrechnung hat sich durch die Daten der KBV bestätigt. Daher forderte er einen runden Tisch mit dem PEI, um sich über die offensichtliche Untererfassung von Impfnebenwirkungen auszutauschen. Und da war er auch schon entlassen.
Wer wagt es also, das gängige Narrativ der tödlichen Erkrankung und der rettenden Impfung zu hinterfragen, wenn er dadurch Gefahr läuft, seine Stelle zu verlieren – und Schlimmeres?
Ich kann mir vorstellen, dass zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Ihnen wissen oder ahnen, dass es da schon Unstimmigkeiten und Widersprüchlichkeiten im bestehenden Narrativ gibt. Und dass sie entweder wegschauen oder schweigen, denn als Bundesbehörde könnte es schwer sein, unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Manchmal frage ich mich: Wie viele von Ihnen, die mit Zahlen umgehen können, würden sich beim nächsten Mal nochmals impfen lassen? Ein nächstes Mal wird sicherlich kommen. Wenn Sie selbst skeptisch (geworden) sein sollten, würden Sie dann aber die Mitbürger unbedarft in eine mögliche Gefahr gehen lassen?
Sie brauchen mir nicht erneut zu antworten, ich danke Ihnen dafür, dass Sie meine Zeilen lesen und vielleicht darüber nachdenken.
Mit freundlichen Grüßen,
XXX