Statistisches Bundesamt (Destatis)

„Das Vertrauen in unsere Institution und die fachliche Unabhängigkeit sind der Garant dafür, dass Nutzerinnen und Nutzer verlässlich mit den Daten und Informationen arbeiten können. Die Daten gelten als belastbar und werden für politische Entscheidungen oder rechtlich bindende Gesetze und Verordnungen herangezogen.“ (Quelle)

Kurzprofil:

  • Gründungsdatum: 21. Januar 1948 (als Statistisches Amt des Vereinigten Wirtschaftsgebietes), seit 1. April 1950 Bundesoberbehörde als Statistisches Bundesamt
  • Hauptsitz: Wiesbaden – weitere Standorte in Bonn und Berlin
  • Beschäftigte:
    • insgesamt: 2.553
    • nach Standorten: Wiesbaden: 1.896, Bonn: 629, Berlin: 28 (Stand: 31.12.2023)

Aufgaben und Tätigkeiten laut Eigenbeschreibung (Auswahl):

  • Bereitstellung statistischer Informationen: laut Bundesstatistikgesetz (BStatG) gesetzlicher Auftrag zur Bereitstellung statistischer Informationen als öffentlich finanziertes Gemeingut – kostenfrei und zielgruppengerecht für alle Nutzer (Bürger, Unternehmen, Staat, Verwaltung), z.B. in Open-Data-konformen Formaten
  • Erstellung von amtlichen Statistiken: aktuell rund 400 Bundesstatistiken und darauf aufbauende makroökonomische Berechnungen, z.B. das Bruttoinlandsprodukt oder den Verbraucherpreisindex
  • Qualitätssicherung und -kontrolle: Sicherung von Qualitätsstandards statistischer Produkte und Prozesse, digitale Qualitätsprüfungen von Daten sowie Prüfung auf Belastbarkeit und Aussagefähigkeit – basierend auf Qualitätsrichtlinien und dem europäischen Verhaltenskodex (Code of Practice)
  • Verbreitung statistischer Informationen: kanalübergreifende, themenaktuelle und transparente Kommunikation statistischer Daten über über Internet, Medien, Social Media und Publikationen sowie Gewährleistung des Dialogs mit Nutzern und Medien
  • Unterstützung von politischen Entscheidungen: Bereitstellung von Daten und Analysen als Grundlage für Gesetzgebungsverfahren und Verordnungen sowie zur Beschreibung von Krisen

Quellen:

Dieses Dossier dokumentiert den Austausch zwischen Marcel Barz und dem Statistischen Bundesamt im Zeitraum 2023–2024 sowie weitere flankierende Anfragen von Parlamentariern und Bürgern.

Ziel der Anfragen war es, Transparenz über die Methodik und Entscheidungsprozesse bei der Berechnung und Veröffentlichung der Sterbestatistik während der Corona-Zeit in Deutschland herzustellen.

Herzlichen Dank an Marcel Barz für die Recherchen und das Bereitstellen der Informationen.

04.2020
Destatis: Einführung neuer statistischer Methode zum Sterbegeschehen in Deutschland
Statistisches Bundesamt führt zusätzlich zu den Sterbetafeln („Methode 1“) eine Sonderauswertung ein, die Sterbefallzahlen auf Basis von Mittel- und Medianwerten der Vorjahre vergleicht („Methode 2“), um das unterjährige Geschehen zeitnah abzubilden
08.05.2020
Destatis: Pressemitteilung Nr. 162 – Sterbefallzahlen seit Ende März über dem Durchschnitt vergangener Jahre
Statistisches Bundesamt sieht Sterbefallzahlen in Deutschland seit der 13. Kalenderwoche (23. bis 29. März 2020) über dem Durchschnitt der jeweiligen Kalenderwochen der Jahre 2016 bis 2019
08.2020
Destatis: WISTA – Wirtschaft und Statistik: Amtliche Statistik in Zeiten von Corona (Heft 04/2020 vom August 2020)
Erste Auswertung und Erläuterung zum Sterbegeschehen 2020 im methodischen Hintergrundartikel „Sonderauswertung der Sterbefallzahlen 2020 – Daten zur Einordnung einer zeitweisen Übersterblichkeit im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie“ von Dr. Felix zur Nieden, Bettina Sommer & Stephan Lüken: sieht Übersterblichkeit in zeitlichem Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie
09.05.2023
Marcel Barz: IFG-Anfrage (1) – Übersterblichkeit in zeitlichem Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie (#278421)
Anfrage zu Entscheidungsprozessen bei Einführung der Median-Vergleichsmethode („Methode 2“) fordert Begründung, Unterlagen und Namen der Entscheider an
01.06.2023
Destatis: Antwort auf IFG-Anfrage (1)
Statistisches Bundesamt stellt wöchentliche Daten werden nicht standardmäßig bereit; Entscheidung für „Methode 2“ fiel intern, verweist auf internationale Praxis (z. B. The Economist); lehnt Herausgabe von internen Notizen nach § 2 IFG ab
30.06.2023
Marcel Barz: Nachfrage zu IFG-Anfrage (1)
Nachfrage zu Belegen für die Wissenschaftlichkeit der Median-Methode und der Prüfung alternativer (altersadjustierter) Methoden sowie der Rolle von Dr. Felix zur Nieden
26.07.2023
Destatis: Antwort auf Nachfrage zu IFG-Anfrage (1)
Statistisches Bundesamt verweist auf Verwendung der Methode zur besseren internationalen Vergleichbarkeit und wegen wissenschaftlichen Konsenses zur optimalen Berechnung; altersadjustierte Methoden seien mangels zeitnaher Daten zunächst nicht erwogen worden; verweigert Namensnennung zum Schutz der Mitarbeiter (§ 3 IFG)
16.08.2023
Marcel Barz: IFG-Anfrage (2) – Ranglisten der Sterberaten für Deutschland (#286291)
Anfrage zu Ranglisten altersspezifischer Sterberaten (Crude Death Rate/CDR) der letzten 25 Jahre für Deutschland
17.08.2023
Marcel Barz: IFG-Anfrage (3)
Anfrage zur selektiven Veröffentlichung saisonaler Sterblichkeitsanstiege
18.08.2023
Marcel Barz: IFG-Anfrage (4) – Erste Einordnung der Sterbefallzahlen oder exakte/verlässliche Übersterblichkeiten?
Anfrage zum Widerspruch zwischen der Darstellung von PM Nr. 162 („exakte Werte“) und der Aussage „erste Einordnung der aktuellen Sterbefallzahlen“
20.08.2023
Destatis: Ablehnung von IFG-Anfrage (4)
Statistisches Bundesamt lehnt Anfrage ab, da sie keine Anfrage im Sinne des IFG darstelle – es wurde nicht nach spezifischen Dokumenten gefragt
21.08.2023
Destatis: Ablehnung von IFG-Anfrage (3)
Statistisches Bundesamt lehnt Anfrage ab, da sie keine Anfrage im Sinne des IFG darstelle
13.09.2023
Destatis: Ablehnung von IFG-Anfrage (2)
Statistischem Bundesamt liegen beantragte Informationen nicht vor, Anfrage wird abgelehnt
21.11.2023
Marcel Barz: Presseanfrage (1)
Anfage zum auffällig erhöhten Sterbegeschehen in jüngeren Altersgruppen für die Jahre 2021 und 2022
22.11.2023
Destatis: Antwort auf Presseanfrage (1)
Statistisches Bundesamt antwortet, dass es individuelle Berechnungen nicht bewertet und grundsätzlich keine eigenen Forschungen zu Gründen für Übersterblichkeit durchführt
22.11.2023
Marcel Barz: Presseanfrage (2)
Anfrage zu wöchentlichen altersbereinigten Sterberaten
22.11.2023 Destatis: Antwort auf Presseanfrage (2)
Statistisches Bundesamt antwortet, dass es keine Ranglisten erstellt, und verweist auf Gesundheitsberichterstattung des Bundes
22.11.2023
Marcel Barz: Nachfrage zu Presseanfrage (2)
Anfrage zu altersspezifischen Sterberaten ohne Rangliste
22.11.2023
Destatis: Antwort auf Nachfrage zu Presseanfrage (2)
Statistisches Bundesamt verweist erneut auf Gesundheitsberichterstattung des Bundes
22.11.2023
Marcel Barz: Nachfrage zu Presseanfrage (2)
Anfrage zu wöchentlichen Sterberaten aus Publikation WISTA 4/2020
23.11.2023
Destatis: Antwort auf Nachfrage zu Presseanfrage (2)
Statistisches Bundesamt erklärt, dass Daten nicht standardmäßig berechnet und bereitgestellt werden – beim Artikel in „Wirtschaft und Statistik“ handelt es sich um eine Sonderpublikation
06.12.2023
Marcel Barz: Nachfrage zu Presseanfrage (2)
Bitte um Erstellung einer erneuten Sonderpublikation
29.12.2023
Bürgerin: Anfrage an Destatis (1)
Anfrage an das Statistische Bundesamt zur Einführung der Median-Methode (ab Juni 2021), Nicht-Nutzung von Sterberaten und fehlenden Alarmsignalen bei erhöhter Sterblichkeit Jüngerer 2021/2022
02.01.2024
Destatis: Antwort an Bürgerin auf Anfrage (1)
Statistisches Bundesamt antwortet, dass individuelle Berechnungen nicht bewertet werden, verweist auf IFG-Anfragen von Marcel Barz und widerspricht Aussagen zu Unauffälligkeit des Sterbegeschehens 2020
04.01.2024
Bürgerin: Anfrage an Destatis (2)
Erneute Anfrage nach Begründung für Median-Methode anstatt faktischer Sterberaten und Bitte um Stellungnahme zur peer-reviewten Studie von Kuhbandner und Reitzner
04.01.2024
Bürgerin: Anfrage an Destatis (3)
Anfrage zu der Kritik an der fehlenden Veröffentlichung wöchentlicher Sterberaten, Vorwurf einer gezielten methodischen Vermeidung „unerwünschter Ergebnisse“ sowie Skepsis gegenüber der Verlässlichkeit von PEI-Sicherheitsberichten angesichts eines vermuteten „Underreportings“ von Impfschäden
10.01.2024
Destatis: Antwort an Bürgerin auf Anfrage (2+3)
Statistisches Bundesamt antwortet, dass wöchentliche Sterberaten mangels zeitnaher Bevölkerungsdaten nicht berechnet werden und verweist auf Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und wissenschaftliche Gegenpositionen zur Kuhbandner-Studie
29.01.2024
Bürgerin: Anfrage an Destatis (4)
Anfrage weist auf Diskrepanz zwischen „Methode 1“ (Sterbetafeln) und „Methode 2“ (Median-Vergleich) hin und kritisiert Barmer-Studie
05.02.2024
AfD: Kleine Anfrage Bundestag (1) – Drucksache 20/10251
Anfrage an die Bundesregierung zu widersprüchlichen Ergebnissen von „Methode 1“ und „Methode 2“ beim Sterbegeschehen, fachlichen Abwägungen und Qualitätsmanagement sowie Verantwortlichen für Einführung der „Methode 2“ im April 2020, Anforderung von Periodensterbetafeln für Einzeljahre 2019 bis 2022
07.02.2024
Marcel Barz: IFG-Anfrage (5) – Sterbewahrscheinlichkeiten für Jahreszeiträume, Quartalszeiträume und Monatszeiträume
Anfrage zu Zusendung der monatlichen, quartals- oder jahresbezogenen altersspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten (qx) für die Jahre 2010 bis 2022
13.02.2024
Bundesregierung: Antwort auf Kleine Anfrage (05.02.2024)
Bundesregierung antwortet, dass keine Methodenänderung sondern Erweiterung vorliegt wegen erhöhtem Informationsbedarf und besserer internationaler Vergleichbarkeit
17.04.2024
AfD: Kleine Anfrage Bundestag (2) – Drucksache 20/11081
Nachfrage an die Bundesregierung zur methodischen Legitimität und internen Entscheidungsprozessen bei der Einführung sowie Anpassung der Sterbefallberichterstattung seit 2020, zur Einhaltung von Qualitätsstandards und zur Bereitstellung spezifischer Sterbetafeln für Einzeljahre
30.04.2024
Bundesregierung: Antwort auf Kleine Anfrage (17.04.2024)
Die Bundesregierung antwortet, dass die Methoden 1 und 2 komplementäre Ansätze ohne gegensätzliche Ergebnisse darstellen, die methodischen Entscheidungen auf internen Expertenabstimmungen beruhen und alle angeforderten Einzeljahrdaten sowie Qualitätsbelege bereits öffentlich verfügbar sind

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Parlamentarische Anfragen (Bundestag)

Kleine Anfrage an die Bundesregierung der Abgeordneten Martin Sichert, Jörg Schneider, Kay-Uwe Ziegler, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD – Drucksache 20/10251 vom 05.02.2024: Berichterstattung des Statistischen Bundesamtes über das Sterbegeschehen seit dem Jahr 2020

  • Frage: Im April 2020 führte das Statistische Bundesamt überraschend eine neue Methode ein, die fortan das Sterbegeschehen zusätzlich mithilfe des Vergleichs von Mittel- und Medianwerten der absoluten Sterbefallzahlen in den jeweiligen Kalenderwochen bzw. Monaten von Vierjahreszeiträumen beurteilt. Diese neue Methode „errechnete“ für 2020 eine auffällige Übersterblichkeit mit Zehntausenden Toten, obwohl für die Jahre 2019 und 2020 ein historisches Minimum im Sterbegeschehen gemessen wurde. Wer hat im Statistischen Bundesamt diese Umstellung/Erweiterung der Todesstatistik veranlasst?
  • Antwort der Bundesregierung:
    • Die Daten wurden in einen „internationalen Kontext“ gestellt
    • Für die Bundesstatistik gelten nach dem Bundesstatistikgesetz die Grundsätze der Neutralität, Objektivität und fachlichen Unabhängigkeit.
    • „… eine entsprechende Entscheidung [der Umstellung/Erweiterung der Todesstatistik] wurde folglich nicht getroffen.“

Quellen:

Kleine Anfrage an die Bundesregierung der Abgeordneten Martin Sichert, Jörg Schneider, Kay-Uwe Ziegler, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD – Drucksache 20/11081 vom 17.04.2024: Statistische Methodik des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden bei der Berichterstattung über das Sterbegeschehen in Deutschland seit dem Jahr 2020

  • Frage: Wer hat die Entscheidung getroffen, die neue [Todesstatistik ab April 2020] einzuführen, und wie verlief der Einführungsprozess (bitte nach Möglichkeit in der Antwort auch die mit dieser Entscheidung beauftragten und an der fachlichen Abwägung beteiligten Personen nennen)?
  • Antwort der Bundesregierung:
    • Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens darüber, wie Übersterblichkeit berechnet werden muss.
    • Es kommen verschiedene Verfahren zur Anwendung, die jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile haben.
    • Der vom Statistischen Bundesamt gewählte Vergleich ist transparent, nachvollziehbar und lässt sich aus kurzfristig zur Verfügung stehenden Daten ermitteln.
    • Die Entscheidung [Einführung der neuen Todesstatistik] wurde nach internen Beratungen zwischen den fachlich zuständigen Expertinnen und Experten des Statistischen Bundesamtes getroffen und im Haus abgestimmt

Quellen:

Presseanfragen

Presseanfrage von Marcel Barz vom 21.11.2023 und Antwort des Statistischen Bundesamtes vom 22.11.2023

  • Frage: Ich sehe auffällig erhöhtes Sterbegeschehen in den jüngeren Altersgruppen für die Jahre 2021 und 2022. Siehe beiliegende Grafik.
  • Antwort:
    • Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir individuelle Berechnungen nicht im Einzelnen bewerten können.
    • Grundsätzlich führen wir jedoch keine eigenen Forschungen zu Gründen für die Übersterblichkeit durch.

Presseanfrage von Marcel Barz vom 22.11.2023 sowie 6.12.2023 und Antworten des Statistischen Bundesamtes vom 22.11. und 23.11.2023

  • Frage: Hallo #destatis, wie ging es hier ab 2021 weiter? Ich finde die Daten gerade nicht. PS: Falls Sie vergessen haben sollten, wie man Sterberaten ermittelt, dann können Sie im eigenen Fachartikel auf Seite 45 nachlesen. https://www.statistischebibliothek.de/mir/servlets/MCRFileNodeServlet/DEHeft_derivate_00058359/wista-042020.pdf
  • Antwort: Wir haben Ihnen geantwortet, dass wir keine Ranglisten erstellen und Sie auf die Gesundheitsberichterstattung des Bundes verwiesen – dort liegen die entsprechenden Daten vor.
  • Frage: Ich nehme die altersspezifischen Sterberaten gern auch ohne Rangliste. Können Sie mir diese bitte zusenden? Vielen Dank
  • Antwort: Sie können sich diese Daten bei der Gesundheitsberichterstattung des Bundes einfach herunterladen und nach Bedarf zusammenstellen – Sie finden die Daten beispielsweise in der Tabelle „Sterbefälle, Sterbeziffern (je 100.000 Einwohner, altersstandardisiert) (ab 1998)“: https://www.gbe-bund.de/gbe/pkg_olap_tables.prc_archiv?p_indnr=6&p_archiv_id=4972764&p_sprache=D
  • Frage: Vielen Dank. Leider kann ich die wöchentlichen Sterberaten dort nicht erkennen. In Ihrer Publikation WISTA 4/2020 verwenden Sie wöchentlichen Sterberaten. An diesen Daten bin ich interessiert. Können Sie mir diese zur Verfügung stellen?
  • Antwort: Diese Daten werden nicht standardmäßig berechnet und bereitgestellt – beim Artikel in „Wirtschaft und Statistik“ handelt es sich um eine Sonderpublikation.
  • Frage: Ich habe Sie mehrfach auf die Auffälligkeiten in den wöchentlichen Sterberaten hingewiesen. Erstellen Sie doch bitte eine weitere „Sonderpublikation“ und berechnen diese einfachen aber wichtigen Daten! Vielleicht erkennen Sie dann ein Warnsignal.

Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG)

Anfrage von Marcel Barz an das Statistische Bundesamt vom 09.05.2023 – Übersterblichkeit in zeitlichem Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie

  • Frage: In Ihrer Publikation WISTA 4/2020 verwenden Sie wöchentlichen Sterberaten. An diesen Daten bin ich interessiert. Können Sie mir diese zur Verfügung stellen? (Post bei X)
  • Antwort: Diese Daten werden nicht standardmäßig berechnet und bereitgestellt – beim Artikel in „Wirtschaft und Statistik“ handelt es sich um eine Sonderpublikation. (Post bei X)
  • Nachfrage: Ich habe Sie mehrfach auf die Auffälligkeiten in den wöchentlichen Sterberaten hingewiesen. Erstellen Sie doch bitte eine weitere „Sonderpublikation“ und berechnen diese einfachen aber wichtigen Daten! Vielleicht erkennen Sie dann ein Warnsignal. (Post bei X)
  • Antwort: Keine
  • Frage (Auszug): Warum hat man sich bei der kurzfristigen wöchentlichen Sonderauswertung für diese Methode [Medianvergleich] entschieden und wer waren die Entscheider?
    1. Übersenden Sie mir bitte die Kommunikation, Notizen, E-Mails, Schreiben, Berechnungen und Abwägungsüberlegungen, die zur Entscheidung zugunsten dieser Methode geführt haben!
    2. Nennen Sie mir bitte die mit dieser Entscheidung beauftragten und an der fachlichen Abwägung beteiligten Personen!
  • Hintergrund der Anfrage: In der wissenschaftlichen Fachliteratur wird seit langem davon abgeraten Sterbeballzahlen durch einen einfachen deskriptiven Vergleich mit dem Durchschnitt (oder Median) der Vorjahre zu vergleichen, weil dies bei einer überalternden Bevölkerung zu einer erheblichen Überschätzung der Übersterblichkeitswerte führt.
  • Antwort (Auszug):
    • Nach unserem Kenntnisstand gibt es keinen wissenschaftlichen Konsens darüber, wie der Erwartungswert zu Quantifizierung der Übersterblichkeit berechnet werden soll.
    • Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte sich auch die vom Statistischen Bundesamt gewählte Darstellung in internationalen Medien (vgl. z.B. The Economist, New York Times) durchgesetzt. Die breite Verwendung dieser etablierten Methode hat die Entscheidungsfindung zusätzlich unterstützt – ein Abweichen hätte die internationale Vergleichbarkeit eingeschränkt. Zudem ist dieser Vergleich leicht nachvollziehbar und die Vorgehensweise sehr transparent. Auch andere nationale Statistische Ämter und die europäische Statistikbehörde Eurostat haben Sterbefallzahlen in dieser Form eingeordnet.
    • Die Entscheidung zur Nutzung von Mittelwertvergleichen wurde damals in kurzfristigen, internen (persönlichen, telefonischen) Besprechungen der fachlich zuständigen Beschäftigten des Statistischen Bundesamtes getroffen und im Haus abgestimmt.
    • Entsprechende Notizen und Entwürfe für Grafiken und Texte aus der Zeit der Entscheidungsfindung sind nach dem IFG ausgeschlossen: Gemäß § 2 Nr. 1 S. 2 IFG gehören Entwürfe und Notizen, die nicht Bestandteil eines Vorgangs werden sollen, nicht zu den amtlichen Informationen, auf die sich der Anspruch auf Informationszugang laut § 1 Abs. 1 S. 1 IFG bezieht.
  • Nachfrage (Auszug):
    • Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie die Aussage, die Median-Methode sei (wissenschaftlich) „etabliert“, belegen könnten. Wo in der Fachliteratur kann ich nachlesen, dass die Median-Methode mit Sterbefallzahlen als „state-of-the-art“ angesehen wird?
    • Verstehe ich Sie richtig, dass für die damalige Entscheidungsfindung keine anderen Methoden (beispielsweise ein Vergleich von Sterberaten oder altersadjustierte Vergleiche) in Betracht gezogen wurden? Wenn doch, welche Methoden waren das und warum wurden diese Methoden verworfen?
    • Wurde von den verantwortlichen Mitarbeitern vor Einführung der Methode untersucht, wie stark die Verzerrungen der Übersterblichkeitswerte durch demografische Verschiebungen und anderer Faktoren sein werden? Und wenn ja, was waren die Ergebnisse?
    • Übersenden Sie mir bitte die Daten und Ergebnisse der Parallelanalyse und die Abwägungsüberlegungen, die zur Entscheidung zugunsten dieser Umstellung ab Juli 2021 geführt haben.
    • War Dr. Felix zur Nieden am Entscheidungs- und Abwägungsprozess beteiligt? Wenn ja, was genau waren seine fachlichen Abwägungsüberlegungen und was war seine Empfehlung bzw. Entscheidung diesbezüglich?
    • Wie wird nach Einflussgrößen gesucht? Nach welchen Kriterien erfolgt die Zuordnung? Wann ist eine Einflussgröße als gegeben angesehen? Welche Abwägungsüberlegungen wurden diesbezüglich in 2020 angestellt? Zu welchem Zeitpunkt im Jahr 2020 wurde entschieden, COVID-19 als Einflussgröße mit aufzunehmen und warum?
  • Antwort (Auszug):
    • Das Wort „etabliert“ ist in diesem Zusammenhang auf die häufige Verwendung dieses Ansatzes bezogen.
    • Methoden, die Bevölkerungszahlen berücksichtigen, wurden zunächst nicht in Erwägung gezogen, da entsprechende Daten nicht zeitgleich vorliegen.
    • In den Fachbereichen arbeiten Teams mit der jeweils angemessenen Qualifikation. Aufgabenbezogen werden weitere Mitarbeitende aus anderen Bereichen hinzugezogen. Dies geschah hier ebenfalls.
    • Zum Schutz der Beschäftigten unseres Hauses nennen wir auf der Grundlage unserer bisherigen Erfahrungen keine Namen. Insoweit berufen wir uns in Anbetracht möglicher öffentlicher Diskussionen auf die Ausschlussgründe des § 3 Nr. 2 und Nr. 3 b) IFG.

Anfrage an das Statistische Bundesamt vom 17.08.2023 – Unterschiedlicher Umgang mit auffälligen Sterbefallzahlen

  • Anfrage:
    • Anhand der vorläufigen Sterbefallzahlen ermittelt das Statistische Bundesamt Phasen der Übersterblichkeit im Laufe eines Kalenderjahres und kommuniziert diese über Pressemitteilungen.
    • Im April 2020 kam es zu einem saisonal untypischen Anstieg der Sterbefallzahlen, den das Bundesamt mit deutlichen Worten in der Pressemitteilung vom 8. Mail 2020 mitteilte.
    • In den Verläufen der Sterbefallzahlen der letzten 20 Jahre lassen sich zahlreiche ähnliche und teilweise wesentlich stärkere „saisonal untypische Anstiege der Sterbefallzahlen“ finden, ohne dass diese per Pressemitteilung veröffentlicht worden wären.
    • Wie erklärt sich dieser Widerspruch?
  • Antwort:
    • Diese Anfrage ist keine Anfrage im Sinne des Informationsfreiheitsgesetzes!
      Sie müssen nach spezifischen, nicht Sie selbst betreffenden Dokumenten in Behörden fragen. Ihre Anfrage wurde abgelehnt.

Anfrage von Marcel Barz an das Statistische Bundesamt vom 16.08.2023 – Ranglisten der Sterberaten für Deutschland

  • Anfrage:
    • Bitte senden Sie mir die Ranglisten der Sterberaten der letzten 25 Jahre für Deutschland zu.
    • Hintergrund der Anfrage: Die Berechnungen von Übersterblichkeiten sind stets fragwürdig, da die Berechnung des Erwartungswertes in der Fachliteratur umstritten ist. Anders verhält es sich mit den tatsächlichen Sterberaten. Sie sind rein deskriptive Maße. Ein Vergleich dieser Werte über mehrere Jahre sollte eine solide Einordnung des Sterbegeschehens ermöglichen.
    • Erklärung: Setzt man die Sterbefallzahlen ins Verhältnis zur Bevölkerung, erhält man die Sterberate. Sterberaten sind rein deskriptive Maße und m.E. für eine Einordnung des tatsächlichen Sterbegeschehens deutlich aussagekräftiger als Sterbefallzahlen oder berechnete Übersterblichkeiten. Die altersspezifische Sterberate wird auch CDR genant – crude death rate. Mich interessiert die Entwicklung der altersspezifischen Sterberaten der letzten 25 Jahre in Deutschland. Die jährlichen Sterberaten der einzelnen Altersgruppen lassen sich in Ranglisten darstellen. Das Jahr mit der kleinsten Sterberate steht oben in der Liste. Das Jahr mit der größten Sterberate steht unten. Ich bitte um Zusendung dieser Ranglisten.
  • Antwort:
    • Die von Ihnen beantragten Informationen liegen uns nicht vor, so dass Ihr Antrag abzulehnen ist.

Anfrage von Marcel Barz an das Statistische Bundesamt vom 18.08.2023 – Erste Einordnung der Sterbefallzahlen oder exakte/verlässliche Übersterblichkeiten?

  • Anfrage:
    • In der Pressemitteilung Nr. 162 vom 8. Mai 2020 teilte das Statistische Bundesamt exakte (z.B. 1.979 Tote mehr als erwartet) und auffällig erhöhte (z.B. 18 % über den Zahlen von 2017) Übersterblichkeitswerte für einzelne Kalenderwochen mit.
    • Auf Anfrage (Az.: A34/1010001001-IF30623) beim Statistischen Bundesamt erfuhr ich, dass es bei kurzfristigen Sonderauswertungen eigentlich weniger um exakte Werte sondern vielmehr um „eine erste Einordnung der aktuellen Sterbefallzahlen im Jahresverlauf“ ginge.
    • Frage 1: Wie erklärt sich dieser Widerspruch? Erste Einordnung oder exakte Werte?
    • Frage 2: Wo wird in der Pressemitteilung deutlich, dass es sich um vorläufige und ungenaue Einschätzungen handelt?
      Darüber hinaus wurden in der Pressmitteilung die hohen Übersterblichkeitswerte unzweifelhaft mit der Corona-Pandemie begründet.
    • Frage 3: Welches Ziel hat man mit dieser Art der Veröffentlichung verfolgt?
    • Hintergrund der Anfrage: Die PM richtet sich an eine breite Öffentlichkeit und nicht nur an Fachpublikum. Die hohen Wochenwerte sowie die bis auf den einzelnen Toten ermittelten Übersterblichkeiten und der gleichzeitige Bezug zur Corona-Pandemie haben zum damaligen Zeitpunkt in der Bevölkerung erhebliche Ängste ausgelöst. In der Öffentlichkeit kam die Botschaft an: „1.979 mehr Tote als erwartet – in nur einer Woche. Das sind 5 voll besetzte Boings.“ Entsprechend folgten zahlreiche schaurige Schlagzeilen in den deutschen Medien.
  • Antwort:
    • Diese Anfrage ist keine Anfrage im Sinne des Informationsfreiheitsgesetzes!
      Sie müssen nach spezifischen, nicht Sie selbst betreffenden Dokumenten in Behörden fragen. Ihre Anfrage wurde abgelehnt.

Anfrage von Marcel Barz an das Statistische Bundesamt vom 07.02.2024 – Sterbewahrscheinlichkeiten für Jahreszeiträume, Quartalszeiträume und Monatszeiträume

  • Anfrage:
    • Ich bitte um Zusendung der monatlichen altersspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten (qx) für die Jahre 2010 bis 2022.
    • Sollte das nicht möglich sein, so bitte ich um Begründung sowie alternativ um Zusendung der quartalsbezogenen altersspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten (qx) für die Jahre 2010 bis 2022.
    • Sollte das nicht möglich sein, so bitte ich um Begründung sowie alternativ um Zusendung der jährlichen altersspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten (qx) für die Jahre 2010 bis 2022.
  • Antwort:
    • Altersspezifische Sterbewahrscheinlichkeiten und Sterbetafeln wurden von der amtlichen Statistik für lange Zeit ausschließlich für Mehrjahreszeiträume berechnet und veröffentlicht.
    • Dieses Vorgehen wurde gewählt, um Zufallsschwankungen in den Sterbewahrscheinlichkeiten gerade in jungen Altersjahren auszugleichen, ebenso um verlässliche und vergleichbarere Ergebnisse auf Ebene der Bundesländer zu erlangen.
    • Amtliche Sterbetafeln werden für Rechtsgeschäfte genutzt, auch daher sind robuste Ergebnisse dieser Rechnungen notwendig.
    • Seit 2022 stellen wir auch die Befunde zur Lebenserwartung für einzelne Kalenderjahre zur Verfügung – eine rückwirkende Berechnung wurde bis zum Jahr 2011 vorgenommen.
    • Die altersspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten, die unseren Berechnungen zur Lebenserwartung für einzelne Kalenderjahre zu Grunde liegen, haben wir dieser Antwort beigefügt.
    • Monatliche oder quartalsweise Berechnungen liegen uns nicht vor.

Weitere Anfragen

Dokumentation eines Schriftwechsels zwischen einer Bürgerin und dem Statistischen Bundesamt (Destatis)

Nach der Veröffentlichung des Artikels „Wie das Statistische Bundesamt die Zahlen zur
Übersterblichkeit verfälscht hat“ (Multipolar) im Dezember 2023 wandten sich mehrere Leserinnen und Leser mit kritischen Nachfragen an den Zentralen Auskunftsdienst des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Im Folgenden ist exemplarisch der Austausch zwischen einer Bürgerin und dem
Auskunftsdienst dokumentiert. Die Namen wurden aus Datenschutzgründen anonymisiert.

Anfrage vom 29. Dezember 2023

Sehr geehrte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Statistischen Bundesamt,

ich habe den Vortrag von Marcel Barz „Das Sterbegeschehen in den Rohdaten“
(https://www.youtube.com/watch?v=QoHWUi7qE34) und seinen Artikel mit selbiger Thematik im
Magazin multipolar (https://multipolar-magazin.de/artikel/destatis-uebersterblichkeit) gehört bzw.
gelesen und habe nun folgende Fragen:

– Warum haben Sie sich im Juni 2021 dazu entschieden, für die Ermittlung des Sterbegeschehens in Deutschland die Median-Methode zu verwenden? Und das, obwohl in der wissenschaftlichen
Fachliteratur davon abgeraten wird, Sterbefallzahlen durch einen einfachen deskriptiven Vergleich mit dem Durchschnitt (Median) der Vorjahre zu vergleichen.
– Warum nutzen Sie als Kennzahl nicht die Sterbefallrate? Hierbei könnten die verschiedenen
Altersklassen in der Bevölkerung betrachtet und damit innerhalb dieser Altersklassen auch
entsprechend Abweichungen vom erwarteten Sterbegeschehen sichtbar gemacht werden.
– Warum senden Sie keine Alarmsignale bzgl. der deutlich erkennbaren Zunahme des
Sterbegeschehens bei jüngeren Menschen in 2021 und 2022? Warum wird hier nicht ermittelt, woran es liegen könnte, dass mehr Menschen in diesen Jahren gestorben sind als erwartet, während das in 2020 (erstes Jahr der Corona-Pandemie) nicht der Fall war? Warum wird hier nicht die Öffentlichkeit informiert?
– Warum antworten Sie Herrn Barz nicht auf seine für mich vollkommen nachvollziehbaren Fragen?

Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Rückmeldung!

Mit freundlichen Grüßen,
XXX

Antwort vom 2. Januar 2024

Betreff: Vortrag Marcel Barz, hier Antwort auf Fragen, Statistisches Bundesamt

Sehr geehrte Frau XXX,
vielen Dank für Ihre Anfrage vom 29. Dezember 2023.

Wir haben uns mit unseren Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Statistik der Sterbefälle ausgetauscht und leiten Ihnen folgende Stellungnahme weiter:

Wir können leider keine Bewertung zu individuellen Rechnungen abgeben. Hierbei gibt es zu viele Aspekte, die zu berücksichtigen sind  (Berechnung von adäquaten Maßzahlen, Verwendung von
richtigen Daten als auch die gesamtheitliche Betrachtung von Vor- und Nachteilen bei bestimmten Berechnungen).

Auf die Fragen von Herrn Barz haben wir im Rahmen seiner IFG-Anfragen ausführlich geantwortet:

https://fragdenstaat.de/anfrage/marcel-barz-uebersterblichkeit-in-zeitlichem-zusammenhang-mit-der-covid-19-pandemie/#nachricht-806449

Wir teilen beispielsweise die Einschätzung es gebe 2020 keine Auffälligkeiten im Sterbegeschehen überhaupt nicht – siehe Antwort zur Nachfrage 6 in den oben verlinkten Antworten. Zudem haben wir auch auf Auffälligkeiten im Sterbegeschehen in den Jahren 2021 und 2022 im Kontext der uns bekannten Hintergründe ausführlich hingewiesen – siehe z.B. hier:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-
Lebenserwartung/sterbefallzahlen.html#636714

Hat Ihnen diese Antwort weitergeholfen? Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

Mit freundlichen Grüßen
Zentraler Auskunftsdienst
Statistisches Bundesamt (Destatis)

Nachfrage vom 4. Januar 2024

Betreff: Vortrag Marcel Barz, hier Antwort auf Fragen, Statistisches Bundesamt

Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Statistischen Bundesamtes,
ich danke Ihnen für Ihre Rückmeldung vom 02.01.24 und für die mitgeschickten Links.

Folgende Fragen meinerseits sind noch unbeantwortet geblieben:

– Wie bekannt bei den Berechnungen verändert die Auswahl der Kennzahl das Ergebnis. Mit welcher
Begründung verwenden Sie die mit der Median-Methode berechneten Übersterblichkeitswerte und
nicht die faktischen Sterberaten?
– Ja, Sie haben Herrn Barz geantwortet, das ist mir bekannt. Jedoch haben Sie ihm nicht die wöchentlichen Sterberaten zukommen lassen – warum ist das ein Problem? Warum erheben Sie diese
nicht? Nicht einmal jetzt, wo es doch ein großes Interesse gibt?
– Und vor allem haben Sie seine Berechnungen und Fragen zum erhöhten Sterbegeschehen in den jüngeren Altersgruppen in den Jahren 2021/22 nicht kommentiert bzw. widerlegt. Sind seine rekonstruierten wöchentlichen Sterberaten nun richtig oder falsch? Ich bitte um Stellungnahme dazu!
– Sie nennen in Ihren Zusammenfassungen für 2021 / 2022 als mögliche Begründungen für ein
erhöhtes Sterbeaufgekommen „Corona“ und „Hitzewellen“. Wird auch die Corona-Impfung, die
entgegen aller Vorhersagen doch mit häufigeren und auch gravierenden Nebenwirkungen als vorhergesagt (Herzmuskelentzündungen, Thrombosen etc.) als mögliche Begründung in Betracht
gezogen? Oder wird dieser Zusammenhang von Vornherein ausgeschlossen?

– Die peer-reviewte Studie von Prof. Kuhbandner und Prof. Reitzner zur Übersterblichkeit in Deutschland in den Jahren 2020-2022 weist sehr klar auf einen möglichen Zusammenhang mit dem
Impfgeschehen hin, dieser müsste daher doch dringend untersucht werden:

https://www.cureus.com/articles/149410-estimation-of-xcess-mortality-in-germany-during-2020-2022%23!/#!/

Kennen Sie diese Studie und haben Sie sich damit auseinandergesetzt?

Ich verstehe, dass Sie nicht jede individuelle Rechnung kommentieren können. Aber die Vorträge bzw. Videos / Artikel von Herrn Barz sind öffentlich, das hören bzw. lesen mindestens 100.000 Menschen. Und die Studie von Kuhbandner und Reitzner ist eine peer-rewievte Veröffentlichung. Nach meinem Wissen wurden bisher nur die verantwortlichen Personen negativ geframed, aber niemand hat sich mit den Daten inhaltlich auseinandergesetzt. Hier gibt es also ein öffentliches Interesse.

Vielen Dank und herzliche Grüße,
XXX

Nachfrage vom 4. Januar 2024

Sehr geehrte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Statistischen Bundesamtes,
danke für Ihre erneute Antwort vom 02.01.24.

Sie fragen am Ende der Mail, ob mir die Antworten weitergeholfen haben. Ich kann das leider nur mit „nein“ beantworten:

Teil 1: Wie ich geschrieben habe, geht es ja nicht um individuelle Rechnungen einer privaten Einzelperson, sondern es geht um aufwendige Recherchen und Berechnungen, die der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht wurden, und somit besteht ein öffentliches Interesse an einer Kommentierung. Im Übrigen haben Sie den wesentlichen Teil meiner Frage 1 unbeantwortet gelassen. Ich möchte sie daher noch einmal stellen: Warum erheben Sie nicht die wöchentlichen Sterberaten? Nicht einmal jetzt, wo es doch ein großes Interesse daran gibt? Warum ging das in der Sonderpublikation in „Wirtschaft und Statistik“ 4/2020 auf Seite 45 und heute geht es nicht? Das ist doch nicht plausibel.

Und: Sie haben auch nicht begründet, warum Sie seit 2020 die Median-Methode anwenden. -> Ich schließe daraus: Sie können die Ergebnisse von Herrn Barz nicht widerlegen. Und:

Möglicherweise werden bestimmte Erhebungen nicht vorgenommen bzw. kommen
Berechnungsmethoden nicht zur Anwendung, da sie zu unerwünschten Ergebnissen führen könnten.

Teil 2: Ich fragte nach einer Kommentierung einer peer-reviewten Studie, die einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Sterbegeschehen und den Corona-Impfungen nahelegt. Dieser Zusammenhang müsste im öffentlichen Interesse untersucht werden. Sie kommentieren jedoch nicht
die betreffende Studie, sondern Sie widerlegen die Grundaussage der Studie mit einer Behauptung eines anderen staatlichen Institutes. Ich kenne die Sicherheitsberichte des PEI, ich habe sie immer verfolgt. Und ich habe auch das Meldegeschehen von potentiellen Impfnebenwirkungen, Impfschäden und eventuellen Todesfällen in Zusammenhang mit der Impfung beobachtet. Sie kennen sicher das Phänomen des Underreportings, das ja nicht erst seit Corona ein Problem ist. Das Ärzteblatt schrieb dazu in 2016: „Ein zentraler Faktor für die Funktionalität von Spontanmeldesystemen (nichts anderes ist das aktuelle Coronaimpfung-Meldesystem) ist neben der Qualität der Meldungen vor allem die Meldequote. „Underreporting“ beschreibt dabei in Bezug auf die tatsächlich aufgetretenen (und beobachteten) UAW falsch zu niedrige Meldequoten und reduziert die Funktionalität von Spontanmeldesystemen erheblich.“

Wir haben hier deutliche Widerstände beim Meldevorgang:

1) ist eine Meldung für Ärzte (und / oder Patienten) kompliziert und zeitaufwendig und bringt im Gegensatz zu den Impfungen selbst kein Geld ein und

2) gibt es einen psychologisch hemmenden Faktor, denn Ärzte, die geimpft haben (und
Patienten, die die Impfung wollten) möchte nicht potentiell negative Folgen der Impfungen sehen und leugnen diese eher. Mögliche Zusammenhänge werden also gar nicht systemisch erfasst und erforscht, man möchte es nicht wissen. Die Sicherheitsberichte des PEI sind also nicht repräsentativ und daher zur Beantwortung meiner Fragestellung nicht geeignet.

Dazu passt auch, dass die Studie von Professor Harald Matthes von der Charité, laut der Impfschäden deutlich häufiger auftreten als offiziell angegeben, nicht inhaltlich diskutiert, sondern diskreditiert wurde – sie störte, die Ergebnisse wollte und will man nicht haben.

-> Ich schließe: Sie können auch die Ergebnisse der Studie von Prof. Kuhbandner und Prof. Reitzner nicht widerlegen.

Meine Abschlussfrage lautet: Wenn die Sicherheitsberichte des PEI wegen Underreporting nicht aussagekräftig sind und wenn es deutliche Hinweise darauf gibt, dass es deutlich mehr Impfschäden gibt als angenommen, wie sollen dann eventuelle Zusammenhänge zwischen erhöhtem Sterbegeschehen und Impfungen festgestellt werden, wenn Sie aufwendige wissenschaftliche Berechnungen und Studien dazu ignorieren und sich eben nur auf die Behauptung des PEI stützen?

Mit freundlichen Grüßen,
XXX

Antwort vom 10.01.2024, Statistisches Bundesamt

Übersterblichkeit vs Sterberate, Statistisches Bundesamt

Sehr geehrte Frau XXX,
vielen Dank für Ihre Anfrage vom 4. Januar 2024, zu der wir Ihnen nach Rückmeldung unserer
Expertinnen und Experten aus dem Fachbereich, folgende Stellungnahme weiterleiten:

Die Begründung, warum wir die altersspezifischen Sterberaten nicht laufend wöchentlich berechnen und veröffentlichen, können wir Ihnen gerne noch mal aus den verlinkten ausführlichen Antworten kurz zusammenfassen: Die notwendigen Daten (Bevölkerung nach einzelnen Altersjahren zum jeweiligen Jahresende) für eine methodisch saubere Berechnung der altersspezifischen Sterberaten liegen nicht zeitgleich mit den ersten vorläufigen Sterbefallzahlen vor. Alternativ könnte man Daten der Bevölkerungsvorausberechnung nutzen. Die ideale Bezugsgröße würde im Zeitablauf dann ständig variieren. Aus unserer Sicht eignen sich diese Daten für einmalige Sonderveröffentlichungen –
entsprechend wurden sie auch vom Statistischen Bundesamt genutzt (beispielsweise für eine
Publikation in Wirtschaft und Statistik). Bei der wöchentlichen Auswertung der Sterbefallzahlen haben wir uns jedoch gegen ständig wechselnde Bezugsgrößen und eine möglichst einheitliche Zeitreihe entschieden.

Den Vergleich mit dem Median nutzen wir seit Mitte des Jahres 2021 – den Umstieg vom arithmetischen Mittelwert auf den Median haben wir in dieser Pressemitteilung begründet: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/08/PD21_373_12.html

Unsere zentrale Abbildung des Verlaufes der Sterbefallzahlen enthält seitdem die (interaktive) Möglichkeit neben dem Median auch den Durchschnitt anzuzeigen – die Unterschiede der beiden Vergleichsmaßstäbe sind vollständig transparent. Die grundsätzliche Begründung für einen derartigen Mittelwertvergleich finden Sie ebenfalls in unserem Internetangebot:

„Anhand der vorläufigen Sterbefallzahlen für Wochen und Monate lassen sich Phasen der Übersterblichkeit im Laufe eines Jahres identifizieren. Hierfür wird ein Vergleich mit dem mittleren Wert (Median) der jeweiligen vier Vorjahre herangezogen. Bei diesem Vergleich spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Durch die Alterung der Bevölkerung steigen die Sterbefallzahlen im Vorjahresvergleich – die steigende Lebenserwartung bremst diesen Trend. Im Jahrzehnt vor der Coronapandemie sind die Sterbefallzahlen bei gleichzeitigem Wirken dieser gegenläufigen Effekte um durchschnittlich etwa 1 % pro Jahr angestiegen.

Saisonale Sonderentwicklungen im Jahresverlauf wie Hitze- oder Grippewellen oder die Wellen der Coronapandemie sind in aller Regel stärker ausgeprägt. Sie sind im Vergleich mit dem mittleren Wert der Vorjahre zu erkennen, ohne dass die Alterung oder der Anstieg der Lebenserwartung explizit berücksichtigt werden.“

(siehe https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-
Lebenserwartung/sterbefallzahlen.html#615614)

Grundsätzlich führen wir keine eigenen Forschungen zu Gründen der Übersterblichkeit durch, verfolgen allerdings die wissenschaftlichen Diskussionen dazu und stellen Daten bereit, die in entsprechenden Untersuchungen genutzt werden. Wir können derartige Studien nicht im Detail bewerten. Zur Studie von Kuhbandner/Reitzner wurden an anderer Stelle bereits deutliche Gegenpositionen veröffentlicht. In der Studie von Rößler et al. heißt es beispielsweise:

„Insgesamt widersprechen unsere Ergebnisse in allen zentralen Aspekten denjenigen von Kuhbandner und Reitzner (2023). Dies betrifft insbesondere die aus unseren Analysen resultierende eindeutige Zuordnung der Übersterblichkeit zu höheren Altersgruppen sowie den starken Zusammenhang zwischen Übersterblichkeit und COVID-19.

Angesichts der diesbezüglichen Überlegenheit der von uns verwendeten Datenbasis, die eine Zuordnung von Sterblichkeit und Erkrankungen auf Individualebene ermöglicht, sowie der von uns herausgestellten Relevanz einer Adjustierung der Übersterblichkeit für Morbidität erscheinen die Ergebnisse von Kuhbandner und Reitzner (2023) als empirisch nicht haltbar. Eine Verursachung von Übersterblichkeit durch COVID-19-Schutzimpfungen war bereits auf Grundlage der Analysen von Kuhbandner und Reitzner (2023) selbst nicht ableitbar und wird durch die im vorliegenden Paper präsentierten Ergebnisse konterkariert. Entsprechende Vermutungen verfügen daher über keine valide empirische Grundlage. Demgegenüber stehen randomisierte, kontrollierte Studien (randomized controlled trials, RCTs), die kausale Reduktionen individueller Sterbewahrscheinlichkeiten durch COVID-19-Schutzimpfungen belegten (Baden et al., 2020; Polack et al., 2020).“

Quelle: https://www.bifg.de/publikationen/epaper/10.30433/ePGSF.2023.005

Die Einschätzung des Paul-Ehrlich-Institutes (PEI) zu der Frage, ob die COVID-19-Impfung mit Übersterblichkeit assoziiert sein könnte, basiert entgegen Ihrer Darstellung nicht nur auf den eingegangenen Meldungen zu Impfschäden. Zur Bewertung wurden zahlreiche Studien mit verschiedenen Studiendesigns, zum Teil auch auf Individualebene und mit Daten aus anderen Ländern, herangezogen. Sie finden diese Beurteilung auf den Seiten 23 und 24 des Ihnen bekannten Sicherheitsberichtes.

Hat Ihnen diese Antwort weitergeholfen? Wir freuen uns auf Ihr Feedback! Bitte nutzen Sie hierfür erneut unser Kontaktformular https://www.destatis.de/kontakt/

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag
Zentraler Auskunftsdienst
Statistisches Bundesamt (Destatis)

Antwort vom 29. Januar 2024

Viertes und letztes Schreiben an das Statistische Bundesamt

Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Statistischen Bundesamtes,
herzlichen Dank für Ihre ausführliche Rückmeldung – ich erkenne an, dass Sie auf meine Fragen überwiegend eingegangen sind.

Allerdings beantworten sie diese überwiegend ausweichend. Mich erinnert das ein wenig an die Dialoge zwischen den wenigen kritischen Journalisten und dem Regierungssprecher in der Bundespressekonferenz.

Teil 1: Meine Frage nach den altersspezifischen Sterberaten bezog sich auf die Jahre 2021 und 2022. Diese Daten sind mehrere Jahre alt. Ihre Antwort hat hier also keinen Bezug zu meiner Frage. Ich wollte von Ihnen wissen, ob Sie die altersspezifischen wöchentliche Sterberaten für die Jahre 2020 bis 2022 erhoben haben oder nicht? Ich wollte darüber hinaus von Ihnen wissen, ob Sie die mutmaßlichen Auffälligkeiten in den Sterberaten der Jahre 2021 und 2022, die u. a. Herr Barz berechnet hat, bestätigen oder widerlegen können?

Die Einführung der Mittelwert- und Medianvergleiche kann ich trotz Ihrer Begründung nicht
nachvollziehen. Hier nochmals eine Erklärung zu meiner Irritation: Die Beurteilung des
Sterbegeschehens in Deutschland erfolgt seit Jahrzehnten mithilfe der Methode der Sterbetafeln
(Methode 1). Im April 2020 führte das Statistische Bundesamt eine neue Methode ein, die von da an mithilfe von Mittelwert- und Medianvergleichen das Sterbegeschehen beurteilt (Methode 2). Die Ergebnisse beider Methoden weichen erheblich voneinander ab. Während Methode 1 für die Jahre 2019 und 2020 ein deutliches Minimum im Sterbegeschehen ermittelte, ermittelte Methode 2 für den
selben Zeitraum auffällige Übersterblichkeit mit Zehntausenden Toten mehr als statistisch erwartet
(https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/05/PD20_162_12621.html). Die Berichterstattung des Statistischen Bundesamtes ab 2020 bezog sich ausschließlich auf die Ergebnisse der Methode 2, nicht aber auf die Ergebnisse der Methode 1.

Wie erklärten Sie die Abweichung der Ergebnisse beider Methoden im Jahr 2020 und den sich daraus ergebenden Widerspruch? Welche der beiden Methoden bzw. welche der beiden Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes sind denn zutreffend?

Teil 2: Die Ergebnisse der Barmer-Studie überzeugen mich überhaupt nicht:

• Zunächst wurden ca. 10 Millionen Versicherte der Barmer untersucht. Bei einer Hochrechnung für die 3 Jahre 2020-23 kommen sie dabei jeweils auf ähnliche Zahlen wie die von Kuhbandner und Reitzner.
• Dann wurden die 10 Millionen Versicherten in 100.000 Untergruppen unterteilt. Für die Untergruppen wurden Berechnung angestellt, die nicht transparent gemacht wurden. Die nicht nachvollziehbaren Berechnungen aus den nicht transparenten Daten führten dann zu dem Ergebnis, dass die
Übersterblichkeit plötzlich doch größer sein soll als es vorher die eigene Hochrechnung ergeben hatte.
• Es gibt dann auch keine Jahreswerte mehr, sondern nur noch einen Gesamtwert für die 3 Jahre von 2020-2023. Dieser Gesamtwert wurde dann verglichen mit der Anzahl der gemeldeten COVID-Toten – und aus der Übereinstimmung wurde dann geschlussfolgert, dass die Übersterblichkeit Corona-bedingt sein muss …

Ich vertraue hier dem Motto: „Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“ Denn was soll ich denken von einer Studie:
• bei der Daten und Rechnungswege teilweise nicht transparent gemacht werden und
• die sich quasi selbst widerspricht, indem sie ihre eigene erste Hochrechnung (die transparent war) im zweiten Schritt selbst widerlegt.

Außerdem ist die Zahl der sogenannten COVID-Toten ja auch nur eine geschätzte Zahl! Wir alle wissen, dass jemand, der nach einem Unfall oder an einem Herzinfarkt oder an Krebs verstorben ist, als COVID-Toter zählt(e), wenn er einen positiven Test hatte (zum Todeszeitpunkt oder auch innerhalb der letzten 28 Tage davor). Hier hätte es allein schon einen Aufschrei geben müssen. Stellen Sie sich
vor, jeder, der innerhalb eines Monates nach der Corona-Impfung verstorben wäre, wäre statistisch gesehen ein Impftoter!

Es ist von Beginn der Corona-Zeit an so unglaublich und auch für den mathematisch-statistischen Laien offensichtlich manipulativ mit Zahlen umgegangen worden, dass es jedem hätte auffallen
müssen, der nicht in irrationale Angst verfallen ist (was die meisten waren). Hier nur 2 Beispiele:

• Natürlich stiegen die „Infektionszahlen“, wenn man die Menge der Tests erhöhte.
• Natürlich hatte man eine „Pandemie der Ungeimpften“, wenn man nur 1 x Geimpfte und bis vor 2 Wochen erst Geimpfte sowie auch alle Corona-Patienten mit unklarem Impfstatus den Ungeimpften zurechnete.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Menschen, die beruflich mit Mathematik und Statistik zu tun haben, konnten bei dieser hochgradig manipulativen Vorgehensweise eigentlich gar nicht wegsehen.
Auch konnte man nicht übersehen, wie mit renommierten Kritikern der Corona-Maßnahmen umgegangen wurde – Diskurs unerwünscht, stattdessen Diffamierung, Einschüchterungen, berufliche
und soziale „Vernichtung“. Wer sicher argumentieren kann, scheut einen direkten Diskurs nicht!
Ich möchte hier nur das Beispiel von Andreas Schöfbeck als ehemaligen Vorstand der BKK Provita nennen, der in 2022 nach jahrelanger erfolgreicher Tätigkeit plötzlich entlassen wurde. Die von Herrn Schöfbeck veröffentlichten Zahlen erlaubten damals eine Hochrechnung auf die Gesamtzahl der schweren Impfnebenwirkungen in Bezug auf alle gesetzlich Versicherten, die geimpft wurden. Diese Hochrechnung hat sich durch die Daten der KBV bestätigt. Daher forderte er einen runden Tisch mit dem PEI, um sich über die offensichtliche Untererfassung von Impfnebenwirkungen auszutauschen. Und da war er auch schon entlassen.

Wer wagt es also, das gängige Narrativ der tödlichen Erkrankung und der rettenden Impfung zu hinterfragen, wenn er dadurch Gefahr läuft, seine Stelle zu verlieren – und Schlimmeres?
Ich kann mir vorstellen, dass zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Ihnen wissen oder ahnen, dass es da schon Unstimmigkeiten und Widersprüchlichkeiten im bestehenden Narrativ gibt. Und dass sie entweder wegschauen oder schweigen, denn als Bundesbehörde könnte es schwer sein, unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Manchmal frage ich mich: Wie viele von Ihnen, die mit Zahlen umgehen können, würden sich beim nächsten Mal nochmals impfen lassen? Ein nächstes Mal wird sicherlich kommen. Wenn Sie selbst skeptisch (geworden) sein sollten, würden Sie dann aber die Mitbürger unbedarft in eine mögliche Gefahr gehen lassen?

Sie brauchen mir nicht erneut zu antworten, ich danke Ihnen dafür, dass Sie meine Zeilen lesen und vielleicht darüber nachdenken.

Mit freundlichen Grüßen,
XXX